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Dritte Bundesliga 22.12.2016

 

Von Udo Döring/ Darmstädter Echo

Zum Drittliga-Derby treffen sich am Freitagabend wieder MSG Groß-Umstadt und die MSG Groß-Bieberau/Modau in der Böllenfalltorhalle. Das Bild zeigt einen Siebenmeterwurf von  Darren Weber gegen Groß-Umstadts Torwart Thomas Bolling im Rückspiel der vergangenen Saison, das Bieberau mit 36:26 gewann. 	Foto:  Jürgen Pfliegensdšrfer

 

HANDBALL In der Böllenfalltorhalle schließen Bieberau/Modau und Groß-Umstadt die Drittliga-Hinrunde ab

DARMSTADT - Es gibt viele Möglichkeiten, den letzten Abend vor dem Fest zu gestalten: Entspannt einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken, gestresst die letzten Geschenke kaufen – oder sich in eine tobende Sporthalle setzen. Für letzteres sorgen die beiden hochklassigsten Handballmannschaften der Region. Die Drittligisten MSG Groß-Umstadt und die MSG Groß-Bieberau/Modau messen sich am Freitagabend (19.30 Uhr) in der Darmstädter Böllenfalltorhalle – im letzten Spiel des Jahres.

 

Den Favoriten auf die zwei vorweihnachtlichen Punkte könnte die Tabelle kaum deutlicher ausweisen: Bieberau/Modau steht mit 22:6 Punkten auf Rang zwei, Groß-Umstadt mit 9:19 Punkten auf dem vorletzten Platz. Solche Vorzeichen zählen für Ralf Ludwig aber nicht. „Das ist kein Spiel gegen den Vorletzten, sondern ein Derby gegen Groß-Umstadt“, erklärt der Trainer der Falken, der selbst immer noch von der Zeit schwärmt, als er Groß-Umstadt in die Zweite Liga führte. Sein erster Wunsch für den Vorweihnachtsabend fällt dann auch neutral aus: „Ich wünsche mir, dass es ein tolles Handballfest wird für die Fans und dass die Mannschaften tollen Sport zeigen“. Mit dem zweiten Wunsch denkt er aber schon selbstloser: „Ich hoffe, dass wir danach sagen können: wir beenden die Hinrunde als Tabellenzweiter.“ Sprich: Derbysieg, was gerade in der Böllenfalltorhalle oft sehr schwer oder gar nicht gelang. „Entscheidend ist, dass man als Team auftritt mit Kampf, Leidenschaft, aber bei alldem kühlen Kopf bewahrt“, benennt Ludwig die eigenen Regeln, die für ein solches Derby vor weit über 1000 Zuschauern gelten würden.

 

Tim Beckmann hofft, diese Regeln auch als Außenseiter diktieren zu können. „Entscheidend werden die ersten zehn bis 15 Minuten sein, in denen wir zeigen müssen, dass wir bereit sind, bis aufs Messer zu kämpfen“, erklärt Groß-Umstadts Trainer, der in seinen Vorweihnachtswunsch gleich die eigenen Interessen packt. „Ich hoffe, dass meine Jungs ein richtig, richtig starkes Spiel machen und wir die zwei Punkte holen“. Was nicht verwundert, denn nur so lässt sich etwas entspannter in die Feiertage gehen. Wobei Beckmann schon jetzt fordert: „Wir müssen die Hinrunde irgendwie abhaken und dürfen uns nicht ständig mit dem Blick auf die Tabelle geiseln.“

 

So ein vorletzter Platz tut nun mal weh, ist aber auch das Ergebnis zu großer Schwankungen. Zuletzt verlor Groß-Umstadt in letzter Sekunde gegen Abstiegskonkurrent Bad Neustadt, nachdem eine Woche zuvor das Topteam des TV Großwallstadt bezwungen worden war.

 

Über Höhen und Tiefen rätselte zuletzt auch Ralf Ludwig sogar innerhalb eines Spiels. Seine Mannschaft verlor gegen Leipzig erst den Faden, dann die Kontrolle und schließlich einen Punkt. Ludwigs Lehre aus dem 27:27: „Wir müssen uns unserer Stärken bewusst sein, sie aber nicht so exzessiv betreiben, dass es zur Schwäche wird. Wir haben unser Tempospiel gegen Leipzig einfach übertrieben.“ Sicherheit geht vor Schnelligkeit – diese Weisheit soll Ludwigs Mannschaft am Freitag wieder etwas mehr beherzigen.

Personell ist auf Bieberauer Seite der Einsatz von Daniel Zele weiter unwahrscheinlich, bei Groß-Umstadt ist David Acic angeschlagen. Nach einer kräftezehrenden Hinrunde gibt es freilich noch mehr Blessuren. Aber wie sagt Tim Beckmann: „Es ist Derby, da gibt es keine Schmerzen“.