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Dritte Bundesliga 23.12.2016

 

Von Udo Döring/ Darmstädter Echo

HANDBALL Till Buschmann und Kai Kramer führen Bieberau/Modau und Groß-Umstadt in den Drittliga-Klassiker

DARMSTADT - Sein schönster Moment: Derbysieg. Sein Saisonsziel: Derbysieg. Im Fragebogen lässt Till Buschmann wenig Zweifel daran, welche Saisonspiele für ihn den größten Reiz haben. Eines wie am heutigen Freitagabend (19.30 Uhr), wenn der Kapitän der MSG Groß-Bieberau/Modau seine Mannschaft ins Spiel gegen die MSG Groß-Umstadt führt. „Es gibt mittlerweile zwar einige Derbys, doch das ist immer noch die Nummer eins“, sagt auch Kai Kramer als Kapitän auf Groß-Umstädter Seite.

 

Beide Männer werden sich vor wahrscheinlich weit über 1000 Zuschauern die Hand schütteln. Auf neutralem Boden quasi, denn zum achten Mal ist die Darmstädter Böllenfalltorhalle Schauplatz des Derbys. Während die damalige TSG Groß-Bieberau schon zu Zweitligazeiten den prestigeträchtigen Vergleich nach Darmstadt verlegte, ist Groß-Umstadt erst zum zweiten Mal Gastgeber fern der Heimat.

 

Für keine Mannschaft ein wirkliches Heimspiel

 

„Darmstadt ist schon etwas Besonderes, weil es für keinen ein wirkliches Heimspiel ist“, sagt Kai Kramer, der in dieser Tatsache und im besonderen Spieltermin einen großen Nutzen für die Eigenwerbung und den Handball im allgemeinen sieht: „Da wir die einzigen sind, die spielen, können auch viele kommen, die wegen der Überschneidungen diese Möglichkeiten sonst nicht haben“.

 

Aber von Stimmung allein kann gerade seine Mannschaft nicht leben im Kampf um den Klassenerhalt. „Natürlich ist die Situation nicht zufriedenstellend. Wir wissen selbst, dass wir keine gute Hinrunde gespielt haben und unter dem Soll liegen“, sagt Kramer. In Zahlen: vorletzter Tabellenplatz, 9:19 Punkte. Zwei Zähler mehr würden die Lage schon etwas weihnachtlicher gestalten und sogar zum Sprung aus der Abstiegszone verhelfen. Aber Kai Kramer weiß: „Die Ausgangslage ist eigentlich wie immer:„Groß- Bieberau ist der Favorit und es liegt an uns, die Sache offen zu gestalten.“

 

Was Groß-Umstadt gerade in der Böllenfalltorhalle oft ganz gut gelang, in der auf diesen Spielort bereinigten Statistik führt die Mannschaft zumindest 3:2.

 

„Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Tabellensituation vor so einem Spiel keine Rolle spielt“, weiß auch Till Buschmann, der auch einen Tag vor dem Derby an die Angaben aus dem Homepage-Fragen anknüpft: „Sowohl für uns Spieler als auch für die Fans ist es das absolute Highlight der Saison. Wenn ein Spiel unbedingt gewonnen werden muss, dann dieses. Dass es ein hartes Stück arbeit ist, ist uns allen bewusst, doch wir werden nochmal alle Kräfte sammeln um diese Punkte mit nach Hause zu nehmen.“

 

Anders als sein Amtskollege kann Buschmann recht entspannt in die Partie gehen, die auch im Falle einer Niederlage nichts am zweiten Plaz andern dürfte. Aber die bislang so erfolgreiche Saison macht selbstbewusst und natürlich auch Lust auf mehr: „Wir wollen mit einem Sieg unsere klasse Hinrunde erfolgreich abschließen und den Schwung mit in die Rückrunde nehmen“, sagt Buschmann. Im Erfolgsfall würde Bieberau/Modau mit nur zwei Punkten Rückstand in Schlagweite von Tabellenführer Eintracht Hildesheim in die Winterpause gehen. Der MSG-Kapitän macht die komfortable Situation nicht allein an den letzten Monaten fest: „Ich denke, unser aktueller Erfolg ist das Ergebnis der letzten Jahre, in denen wir es geschafft haben, die Stärke der individuellen Spieler zu einer gemeinsamen Qualität zu führen.“

 

Nicht nur beim Handball am Böllenfalltor

 

Beide Kapitäne sind übrigens nicht nur dann am Böllenfalltor, wenn es um Handball geht. Till Buschmann gibt als Lieblingsverein außerhalb der MSG den SV Darmstadt 98 und als sein Motto den nachhaltigen Aufruf des viel zu früh verstorbenen Lilien-Fans Johnny Heimes: „Du musst kämpfen, es ist noch nichts verloren“.

Kai Kramer hat live mit den Lilien gelitten, als sie nominell aus der Dritten Liga hätten absteigen müssen, und er hat mit ihnen gejubelt an den Tagen, die er selbst auch gerne als Wunder bezeichnet. „Die Mannschaft hat sich zuletzt ein Stück weit gefestigt, aber dieses Jahr wird sehr schwer“, sagt Kramer und benennt eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den Fußballern aus Darmstadt und den Handballern aus Groß-Umstadt: „Wichtig ist, dass man seine Identität bewahrt.“