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Dritte Bundesliga 23.12.2016

 

 

Von Udo Döring/ Darmstädter Echo

DARMSTADT - Das Drittliga-Derby konnte dramaturgisch nicht das halten, was die Kulisse verdient hätte. Zu überlegen war die MSG Groß-Bieberau, die im letzten Spiel des Jahres der MSG Groß-Umstadt mit 30:19 (16:5) die bislang höchste Niederlage im Vergleich beider Handballmannschaften beibrachte.

Mehr geht nicht in der Böllenfalltorhalle. Die Tribüne war prallvoll, ganz oben standen die Zuschauer in mehreren Reihen. Der Termin erwies sich als Volltreffer. Knapp 1500 Handballfreunde setzten auf Action statt auf Besinnlichkeit am Vorbend des Weihnachtsfestes.

Davon gab es gleich in den ersten Minuten reichlich. Es waren keine 45 Sekunden vergangen, da hatte Groß-Umstadt den Ball am Tor vorbei und Bieberau/Modau den Ball im Gegenstoß an die Latte geworfen. Nervosität, wie sie zu einem Derby wohl dazu gehört.

Die weiteren Angriffe verliefen nach dem immer gleichen Muster. Groß-Umstadt setzte auf Würfe aus dem Rückraum, Bieberau/Modau auf schnelle Angriffe. Weil die Gastgeber aber in der ersten Halbzeit eine erschreckende Trefferquote hatten, hielt die Spannung nur bis zum 2:2. See und Eisenträger hatten den nominellen Gastgeber zuvor zweimal in Führung gebracht. Das sollte es aber auch gewesen sein mit den Erfolgserlebnissen. Groß-Bieberau zog über 5:2 (9. Minute) und 8:4 (18.) bis zur Halbzeit auf 16:5 davon.

In der 18. Minute hatte dabei Florian See den letzten Treffer erzielt für die Mannschaft von Tim Beckmann, der mit so viel Optimismus in die Partie gegangen war. Bezeichnenderweise war es einer von zwei Siebenmetern. Wer auch immer sich im Rückraum versuchte - ob See, Eisenträger, Paul oder Daschewski - die Bälle landeten im Aus oder wurden pariert vom starken Martin Juzbasic, der nicht nur Szenenapplaus erhielt, als er einen abgefälschten Wurf akrobatisch parierte.

Der unbedingte Wille, das Derby zum vierten Mal zu gewinnen, war auf Groß-Umstädter Seite eigentlich nur David Ancic anzumerken. Der Dauerkämpfer rackerte, obwohl er in den beiden letzten Spielen jeweils eine am Platzwunde am Kopf erlitten hatte. Er war mit flachen Distanzwürfen ebenso erfolgreich wie seine langen Rückraumkollegen.

Während Groß-Umstadt auf den Außenpositionen gar nichts gelang, glänzten hier auf Bieberauer Seite Felix Kossler, Kris Jost und Darren Weber, die mehrfach die Torhüter mit Hebern demoralisierten. Aus einer dichten und zupackenden Abwehr heraus baute Groß-Bieberau zudem ein treffsicheres Tempospiel auf, das in der zweiten Hälfte sogar gedrosselt werden konnte.

Ralf Ludwig ließ seine Mannschaft geschickt den Vorsprung verwalten. Groß-Umstadt hatte einfach nicht die Mittel, um die ganz schwache erste Halbzeit zu kompensieren. Dass immerhin dreimal so viele Treffer gelangen als in den ersten 30 Minuten, war kein Trost. Am Ende machten eben doch nicht die oft bemühten eigenen Regeln dieses Derby aus, sondern der auch in der Tabelle ablesbare aktuelle Qualitätsunterschied.

Groß-Umstdt bleibt Vorletzter und muss die kurze Weihnachtspause nutzen, um sich für einen ganz schweren Kampf gegen den Abstieg zu rüsten. Die MSG Bieberau/Modau kann dagegen mit dem berechtigten Vorsatz ins Neue Jahr rutschen, Tabellenführer Hildesheim mit nur zwei Punkten Rückstand weiter das Leben schwer machen zu wollen.

MSG Groß-Umstadt: Thomas Bolling und Vöhringer(im Tor), See 7/3, Kramer, Paul 2, Brunner Acic 4, Joshua Kraus, Daschevski, Sven Rinschen 1, Kwiatkowski 2, Eisenträger 1, Wesche 1 und Iserinc 1 MSG Bieberau/Modau: Juzbasic und Khan (im Tor), Seeger 2.Treffer, Lorenz 1, Kossler 4, Malik 7/5 Schubert 1, Buschmann 6, Büttner 3 Jost 3, Weber 1, von Stein 2, Göttmann, Lebherz, Zeitstrafen: 2/4, Siebenmeter: 3/2 und 5/5, Zuschauer: 1400.