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Darmstadt / Darmstadt-Dieburg 18.03.2017

 

Von Bernd Kalkhof/ Darmstädter Echo

 

GROSS-BIEBERAU - Die MSG Bieberau/Modau steht vor einem großen personellen Umbruch. Talentförderung rückt in den Mittelpunkt, die Anhänger werden ihre Mannschaft in der kommenden Saison kaum wiedererkennen. Das Trainergespann Ralf Ludwig und Christian Zölls wird dann nicht mehr an der Seitenlinie des Handball-Drittligisten stehen und auch auf dem Parkett wird man viele bekannte Gesichter vermissen.

 

Zwei der langjährigen Leistungsträger, die beim Handball-Drittligisten MSG Groß-Bieberau/Modau in der nächsten Saison nicht mehr am Ball sein werden: Benedikt Seeger (am Ball) und Daniel Zele (rechts). Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

 

 

Gleich vier Leistungsträger gehen, insgesamt verlassen sieben Spieler den Kader der ersten Mannschaft. Mit Benedikt Seeger, Lucas Lorenz, Felix Kossler und Daniel Zele verlieren die Falken starke Individualisten, die kaum zu ersetzen sind. Auch Fabian Kovacs und Ben Göttmann verlassen die MSG. Linksaußen Maxi Schubert heuerte schon zur Rückrunde beim TuS Dotzheim an. Nun folgt der große Umbruch mit einer noch nachhaltigeren Ausrichtung auf die Förderung junger Talente aus der Region. "Erstmal waren wir heilfroh, ein adäquates Trainerteam für die ersten Mannschaft und die Landesliga-Reserve zu finden. Wir glauben, dass uns mit Thorsten Schmid und Oliver Lücke der große Wurf gelungen ist. Über diese Verpflichtungen sind wir sehr glücklich", erklärt Michael Rodenhäuser, beim Vorstand zuständig für die Finanzen.

 

 

Der Weggang wichtiger Spieler wird von der MSG-Führung als gewöhnlicher Prozess beschrieben. "Viele Spieler studieren parallel. Wenn sie dann fertig sind, zwingen eben auch berufliche Veränderungen zu einem Standortwechsel", sagt Rodenhäuser. Nun planen die Odenwälder mit zwei 14-er Kadern für die erste und zweite Mannschaft. Wieder wurden Perspektivspieler verpflichtet, die in der Landesliga an die höheren Aufgaben herangeführt werden sollen. Für den Drittliga-Kader wurden bisher 13 Spieler unter Vertrag genommen, eine Verpflichtung wird noch folgen (für die Position des Halblinken). Ansonsten stellt sich der neue Kader deutlich jünger auf.

 

Mit Jonas Dambach und Dzugias Jusys kommen zwei topausgebildete Talente von der Juniorenakademie Großwallstadt. Vom Oberligisten TSG Bürgel konnte der 20-jährige Kreisläufer David Rivic verpflichtet werden. Der 20-jährige Linkshänder Lucas Bauer wechselt vom TV Kirchzell zu den Falken. Da es ohne Erfahrung und Routine nicht geht, kommt vom niedersächsischen Oberligisten Jahn Duderstadt der 27 Jahre alte Ex-Nationalspieler Hrvoje Batinovic. Siebenmal spielte der Linksaußen, der dank seiner Torgefahr und Schnelligkeit auch auf anderen Positionen spielen kann, für Kroatien und schnupperte mit Zagreb Champions-League-Luft. Der Neuzugang führt derzeit die Torschützenliste der Oberliga mit über 100 Toren Vorsprung an.

 

"Ein richtig guter Spieler, mit dem die MSG noch viel Spaß haben wird", urteilt auch Trainer Ralf Ludwig, der aus beruflichen Gründen aufhört. Mit Jonas Ahrensmeier, Thorben Löffler und Simon Haas (alle TuS Griesheim) sowie Keeper Florian Zeising (SG Arheilgen) kommen Talente hinzu, die sich über die Landesliga-Mannschaft weiterentwickeln sollen, um in spätestens zwei Jahren in der Dritten Liga zu spielen.

Schon bei der Aufzählung der Neuverpflichtungen wird eine regionale Nähe deutlich. Denn die Odenwälder wollen weiter erste Adresse für Talente aus Südhessen sein. Wirtschaftlich sind sowieso keine größeren Sprünge möglich. Das Thema zweite Bundesliga ist für die beiden kleinen Gemeinden nicht zu stemmen. Mit 200.000 Euro reicht der Etat nur für eine Ausrichtung im Mittelfeld der Staffel. Schließlich haben Konkurrenten wie Eintracht Hildesheim, HF Springe oder der HC Dresden Profi-Kader mit einem zum Teil dreifachen Etat. "Wir sind erstmal froh, dass wir alle Verträge mit unseren wichtigen Sponsoren verlängern konnten", sagt Rodenhäuser über die stets schwierige Suche nach Unterstützern. Umso erleichterter ist man über die Entwicklung der letzten Wochen.