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Dritte Bundesliga 12.04.2017

 

Alles im Griff hatte die Abwehr der MSG Groß-Bieberau im Hinspiel gegen Groß-Umstadt (am Ball Florian See).	 Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

 

Von Bernd Kalkhof/ Darmstädter Echo

HANDBALL Nach dem Duell am Donnerstag trennen sich die Wege von Bieberau/Modau und Groß-Umstadt wohl bald

DARMSTADT - Es ist wieder soweit: Am Gründonnerstag empfängt die MSG Bieberau/Modau in der Darmstädter Böllenfalltorhalle (19.30 Uhr) die MSG Groß-Umstadt zum prestigeträchtigen Derby. Es könnte vorerst das letzte Aufeinandertreffen der beiden Nachbarn in der Dritten Handball-Liga werden. Denn so unterschiedlich wie beim morgigen Duell war die Ausgangslage wohl noch nie.

 

Während die MSG Bieberau/Modau im gehobenen Mittelfeld der Staffel rangiert, steht die MSG Groß-Umstadt weiter auf dem vorletzten Tabellenrang. Die Abstiegsgefahr ist bei den Groß-Umstädtern zwar ein ständiger Begleiter, auch in der vergangenen Spielzeit hatte man sich erst gegen Ende mit große Engagement retten können, doch diesmal sieht es wirklich düster aus. Nach der frustrierenden 19:22-Heimniederlage gegen die HSG Nieder-Roden am letzten Sonntag sind die Chancen auf den Klassenerhalt nochmals gesunken.

 

 

Dem Betrachter wurde es angesichts der gezeigten Leistung angst und bange. Dass die angeschlagenen Rückraumspieler Sebastian Paul und Markus Eisenträger nicht spielten, war bezeichnend. „Über die Jahre haben sich Mannschaft und Trainer im Abstiegskampf abgenutzt. Uns fehlen aber auch die Charaktere, die alles in die Waagschale werfen und bedingungslos als Gemeinschaft fighten“, sagt Holger Zindt. Der ehemalige Kreisläufer ist seit Jahren für die sportlichen Belange des Drittligisten verantwortlich. Zindt sieht die Tabellensituation realistisch und glaubt ebenfalls, dass der Abstieg kaum mehr zu vermeiden ist. „Wenn es soweit kommt, bricht für uns keine Welt zusammen. Das Gerüst für eine schlagkräftige Oberliga-Mannschaft steht bereits. Wir könnten in der Oberliga endlich mal Luft holen und hätten die Chance auf einen Neuanfang“, bewertet Zindt die Situation.

 

Für das Derby, das viertletzte Spiel der Saison, macht sich Zindt jedenfalls kaum Hoffnungen. „Unser Gegner ist sportlich außerhalb unserer Reichweite“, sagt er auch mit Blick auf die personellen Ausfälle im eigenen Team. So wird Taktgeber Makro Sokicic nach doppeltem Bänderriss definitiv fehlen.

 

Für Gastgeber MSG Groß-Bieberau ist das Derby, das als besonderes Ereignis in der Region zum wiederholten Mal nach Darmstadt verlegt wurde, dennoch einer der Höhepunkte des Jahres. Zumal etliche Akteure des Tabellensechsten gemeinsam mit Trainer Ralf Ludwig nach der Saison aufhören. Für Benedikt Seeger ist es definitiv das letzte Aufeinandertreffen. Seeger begann seine Karriere mit 18 Jahren ausgerechnet beim TV Groß-Umstadt, spielte dort gemeinsam mit dem jetzigen Trainer Tim Beckmann und eben auch Holger Zindt.

 

Für Benedikt Seeger schließt sich der Kreis

Nun schließt sich der Kreis nach über einem Jahrzehnt. 2007 kam Seeger erstmals nach Groß-Bieberau, spielte mit Unterbrechungen lange im Odenwald. Der mit allen Wassern gewaschene Antreiber befindet sich derzeit in Topform. Für den Spielmacher genau der Zeitpunkt, die Laufbahn zu beenden. „Ich bin im Handball zu Ehre und Würde gekommen. Bevor ich immer schlechter werde, höre ich besser auf“, gibt der sympathische Dirigent preis. Doch auch der Beruf ist Grund kürzerzutreten. Seeger arbeitet seit Kurzem in der Firma von Richard Woller, einst sein Vorbild als Spielgestalter bei der TSG Groß-Bieberau. Die Firma ist unter anderem in Lindau am Bodensee ansässig, so fehlt Seeger die Zeit für regelmäßiges Training. Dementsprechend groß ist für den Wiesbadener auch die Vorfreude auf das letzte Südhessen-Derby der Karriere. „Es ist wirklich schade, dass Groß-Umstadt in dieser Situation ist. Aber wir haben nichts zu verschenken und wollen uns noch mal von der besten Seite präsentieren“, kündigt Seeger an. Karten für die Veranstaltung gibt es noch ausreichend an der Abendkasse.