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Bieberau/Modau dominiert Handballderby gegen Groß-Umstadt - 38:30

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

 
 

Von Bernd Kalkhof und Udo Döring

DARMSTADT - Die Handballer der MSG Bieberau/Modau tanzten im Kreis und riefen "Derbysieg, Derbysieg". Die frustrierten Gegner der MSG Groß-Umstadt bedankten sich noch schnell bei ihren Fans und waren dann ganz schnell in der Kabine verschwunden. Das Drittliga-Derby war wie im Hinspiel eine einseitige Angelegenheit: Die favorisierten Bieberauer fertigten die chancenlosen Odenwälder mit 38:30 (16:12) ab.

Groß-Umstadt steht als Tabellenvorletzter mit einem Bein in der Oberliga. Dabei ist rechnerisch noch alles möglich. Doch so wie sich das Team von Trainer Tim Beckmann vor 900 Zuschauern präsentierte, wird es mit Sicherheit nicht reichen. Es fehlte den meisten Akteuren am nötigen Willen und an der Leidenschaft. Bis auf Routinier Florian See, der zwar sieben Treffer erzielte, aber auch bei vielen Würfen zu harmlos blieb, und dem jungen Dennis Daschevski (7) waren diese Attribute bei kaum einem Teamkameraden erkennbar. Es war wenigen Umstädtern anzusehen, dass sie noch an den Klassenerhalt glauben. Gleiches gilt für den Anhang. Ganze 13 Karten setzten die Gäste im Vorverkauf ab. Nicht mal hundert Fans feuerten den Underdog an, der mehr Unterstützung gut hätte gebrauchen können.

Groß-Umstadt verschläft den Start

und liegt 1:6 zurück

Das personell geschwächte Gästeteam verschlief den Spielauftakt komplett. Fehlerbehaftet und ohne das nötige Tempo in der Rückwärtsbewegung, so quittierte der Außenseiter einen 1:6-Rückstand nach acht Minuten. Immer wieder scheiterte Groß-Umstadt zudem am starken Keeper Martin Juzbasic, während sein Gegenüber Thomas Bolling in den ersten 20 Minuten keinen Ball zu greifen bekam, bevor er Thomas Vöhringer Platz machte.

Ganz anders die Bieberauer. Besonders Kapitän Till Buschmann ("Das war ein cooles Spiel und hat richtig Bock gemacht") und Kris Jost gingen zielstrebig in die Nahtstellen der löchrigen Umstädter Abwehr. Nach einer Viertelstunde nahmen die Falken den Fuß vom Gas, der Konkurrent konnte verkürzen.

In einer Auszeit versuchte Tim Beckmann seine Schützlinge zu puschen: "Jetzt sind wir da, auf geht`s", rief der Trainer mit hochrotem Kopf in den Kreis seines Teams. Kurz nach der Pause kam auch noch einmal Hoffnung auf, als Groß-Umstadt bis auf 14:16 herankam. Dann stabilisierte Bieberau aber die Deckung, erhöhte wieder das Tempo und zog binnen drei Minuten auf 21:15 davon. Spätestens in der 42. Minute war der Vergleich beim Stand von 25:18 gelaufen. Beide Trainer wechselten danach munter durch. So fielen auf beiden Seiten noch viele Tore, was Ralf Ludwig sogar bemängelte. "30 Gegentore sind ein bisschen viel, aber 38 Treffer belegen doch eine starke Leistung", sagte der Falken-Trainer nach dem Spiel.

"Was wir in den ersten 20 Minuten gezeigt haben, war einfach schwach", gab dagegen Tim Beckmann zu. Ob mit einem kompletten Kader mehr möglich gewesen wäre, wollte Umstadts Trainer nicht bestätigen. "Wir präsentieren hier ein Gesamtkonstrukt. Heute hatten wir einen Spieler mehr auf der Bank als unser Gegner. Aber es war nur ein quantitatives Übergewicht und kein qualitatives".

Bei noch drei Partien und drei Zählern Rückstand auf den viertletzten Tabellenrang rückt der Abstieg immer näher. Das wäre auch das Ende für die Derbys in der Böllenfalltorhalle. Für beide Vereine ein nicht unerheblicher finanzieller Verlust.

Markus Semmelroth letzter Neuzugang bei Bieberau

Die MSG Bieberau/Modau indes möchte auch weiterhin in Darmstadt spielen. "Wir könnten uns auch Spiele gegen den TV Großwallstadt oder die HSG Nieder-Roden dort vorstellen. Wenn mehr als 1000 Zuschauer kommen, lohnt sich das in jedem Fall für uns", erklärte Georg Gaydoul. Der nimmermüde Manager der Falken verkündete am Rande des Spiels auch den letzten Neuzugang für die kommende Spielzeit. Vom Zweitligisten TV Hüttenberg kommt der 26 Jahre alte und 1,86 Meter große Markus Semmelroth, der vornehmlich im linken Rückraum eingesetzt werden soll.

MSG Bieberau/Modau: Juzbasic und Khan (im Tor), Seeger 5, Malik 7/3, Buschmann 7, Jost 8, Lorenz 3, Kossler 3, von Stein 1, Weber 2/1, Büttner 1. Göttmann 1, Moritz Kaczmarek.

MSG Groß-Umstadt: Thomas Bolling und Vöhringer (im Tor), See 7/1, Daschevski 7/1, Brunner 6, Kramer 2, Acic 1, Joshua Kraus 1, Seifert 1, Kwiatkowski 1, Eisenträger 1, Iserinc 1, Sven Rinschen 1 und Wesche, Zeitstrafen: 4/6, Disqualifikation, dritte Zeitstrafe: Malik 56.Minute. Siebenmeter: 5/4 und 6/3, Zuschauer: 900.