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Von Bernd Kalkhof/ Darmstädter Echo

HANDBALL MSG Bieberau/Modau empfängt den TV Großwallstadt, der zurück in die Zweite Liga will

GROSS-BIEBERAU/GROSSWALLSTADT - Der TV Großwallstadt will mit aller Macht in die Zweite Handball-Bundesliga zurückkehren. Derzeit führt der Altmeister, der am Freitagabend in Darmstadt bei der MSG Bieberau/Modau antritt, die Tabelle an.

Siebenmal holte der TV Großwallstadt die Deutsche Meisterschaft an den Main, viermal wurde der TVG Pokalsieger. Und zweimal gewann man sogar den Europapokal der Landesmeister. Die letzte deutsche Meisterschaft gelang allerdings 1990 – also vor 27 Jahren. Anschließend ging es in kleinen Schritten nur noch bergab.

Immer häufiger verstrickte sich der Traditionsverein in wagemutigen finanziellen Abenteuern. Zunächst bekam man immer noch gerade so die Kurve, 2015 war es dann aber vorbei mit der großen Handballbühne: Der TVG musste mit seiner GmbH Insolvenz anmelden. 2,3 Millionen Euro betrugen die Schulden, für den damaligen Zweitligisten war das eine Riesensumme.

 

Ein Crowdfunding-Projekt für die Zweite Liga

Großwallstadt versuchte einen Neustart in Liga Drei. Und von dort will man nun den Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga packen. Wie es finanziell aussieht, ist indes nicht bekannt. Zuletzt wurde ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. Bis November sollen 30 000 Euro für das Ziel Zweite Liga gesammelt werden. Derzeit ist der TV Großwallstadt die einzige Mannschaft in der Oststaffel, die tatsächlich das Rüstzeug für die Zweite Liga besitzt. Zwei große Sporthallen und zumeist über 1000 Zuschauer pro Spiel, da kann kein Konkurrent mithalten.

Doch nach dem Saisonstart mit 4:4-Zählern gab es Unruhe. Trainer Heiko Karrer erhielt die fristlose Kündigung. Der erfolgreiche Nachwuchstrainer sorgte sich um seinen Ruf, man einigte sich letztlich außergerichtlich, da die Kündigung wegen Formfehlern niemals Bestand gehabt hätte.

Ein Kader gespickt mit jungen Talenten

Seitdem ist beim Altmeister aber nicht nur Ruhe eingekehrt, es läuft auch sportlich rund. Sieben mal ging der TVG siegreich vom Platz. Unter Manfred Hofmann, Weltmeister-Keeper von 1978, hat sich der TVG in der Defensive richtig gut aufgestellt. Der Kader ist gespickt mit jungen Talenten aus dem eigenen Leistungszentrum, angeführt vom routinierten Michael Spatz. Der ehemalige Bundesliga-Spieler hat 129 Mal eingenetzt und führt die Torschützenliste klar an. Auch die zweitliga-erfahrenen Zwillinge Lars und Tom Spieß haben auf dem Parkett einiges zu melden.

 

Am Freitag um 20 Uhr stellt sich der Liga-Primus in der Darmstädter Böllenfalltorhalle vor. Gegner MSG Bieberau/Modau ist mit seinem neuen Kader klarer Außenseiter, zu schwankend waren die Leistungen zuletzt. Doch die Falken fiebern seit Wochen auf den Vergleich hin. Nach dem Abstieg der MSG Groß-Umstadt ist es schließlich das einzig verbliebene echte Prestigeduell für die Odenwälder in der Dritten Liga Ost.

Karten gibt es noch an der Abendkasse. Mindestens 1000 Zuschauer werden erwartet.