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3. Handball-Liga Sonntag, 26.11.2017 - 15:25 Uhr

Das Dritt­li­ga-Hand­ball­spiel der MSG Groß-Bie­berau/Mo­dau ge­gen den TV Großwall­stadt war über 60 Mi­nu­ten span­nend, in der Schluss­pha­se so­gar dra­ma­tisch - und es war auch die Ge­schich­te von Mar­kus Pod­sen­dek und Mar­kus Sem­mel­roth.

 

 

Eigentlich hätte Podsendek beim 24:23-Erfolg des Spitzenreiters vor 1150 Zuschauern gar nicht im Kasten stehen sollen. Doch Arturs Kugis hatte so große Probleme im Rücken- und Nackenbereich, dass er nicht spielen konnte. So kam Podsendek zum Einsatz - und hielt Sekunden vor Schluss den Sieg des TVG fest.
»Ich stehe hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge«, erklärte der Torwart nach der Partie. Klar freute er sich mit seinen Mannschaftskameraden und den vielen mitgereisten Fans über den achten Sieg in Serie. Aber: Podsendek dachte auch an seine ehemaligen Teamkollegen von Groß-Bieberau/Modau. »Ich habe hier fünf Jahre gespielt, habe noch viele Freunde«, sagte Podsendek und gab zu, dass die MSG sich ein Unentschieden an diesem Freitagabend verdient gehabt hätte.
Und genau dieses Unentschieden hatte Markus Semmelroth in der Hand. Elfmal hatte der Rückraumspieler gegen den TVG bereits eingenetzt, eine bärenstarke Leistung hingelegt - und avancierte fünf Sekunden vor Schluss zum tragischen Helden. »Wenn es gegangen wäre, wäre ich im Boden versunken«, erklärte ein bitter enttäuschter Semmelroth nach der Partie. Sicher, es lag nicht an diesem einen Wurf, dass die MSG den durchaus verdienten Zähler nicht mitgenommen hatte. »Wir haben insgesamt einfach ein paar Fehler zu viel gemacht. Das bestraft eine Mannschaft wie der TV Großwallstadt«, erklärte MSG-Coach Thorsten Schmid. Auch Semmelroths Teamkollegen eilten sofort nach dem Schlusspfiff zum Unglücksraben, um ihn aufzubauen. »Aber trotzdem macht man sich hinterher einen Kopf«, bekannte Semmelroth.
Über das Ergebnis musste sich der TVG am Freitagabend zwar keinen Kopf mehr machen, über das Spiel allerdings schon. Denn der Spitzenreiter hatte in Darmstadt die Souveränität der vergangenen Wochen vermissen lassen. Insbesondere in der ersten Halbzeit habe sich das Team mit der starken und etwas offensiveren Abwehr der Gastgeber schwer getan, erklärte Rechtsaußen Michael Spatz. »Und auch in der Abwehr haben wir nicht so aggressiv gestanden.«
Dass der TVG nach einem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand dennoch mit einer 13:12-Führung in die Pause ging, lag auch daran, »dass wir in dieser Phase den einen oder anderen Ball zu viel weggegeben haben«, erklärte MSG-Coach Schmid.
Nach der Pause steigerte sich der TVG zwar, »aber wir haben unsere Chancen selbst in Überzahl nicht konsequent genug genutzt«, meinte Rückraumspieler Mario Stark. Das lag auch an MSG-Keeper Martin Kuzbasic. »Der hat heute wirklich eine Klasseleistung gezeigt«, gab sein Gegenüber Podsendek unumwunden zu.
Und so musste der TVG bis zur Schlusssirene um den Erfolg zittern. »Das war vielleicht ein Lernprozess zur rechten Zeit«, befand Trainer Manfred Hofmann, der trotz der Siegesserie einmal mehr davor warnte, schon jetzt vom Aufstieg zu sprechen. »Die Tabellenführung ist eine Momentaufnahme. Sie bedeutet noch gar nichts«, erklärte der Coach.
»Kleiner Denkzettel«
Dessen scheinen sich auch die Spieler bewusst zu sein. »Das war heute ein kleiner Denkzettel. Man hat gesehen, dass es mit ein paar Prozent weniger nicht geht«, sagte Michael Spatz und forderte sogleich für die kommende Partie am 9. Dezember gegen Hanau: »Da müssen wir 60 Minuten voll konzentriert sein.«
Andrea Jost